Die Schweizer Bauwirtschaft läuft wie geschmiert. Der Bauindex Schweiz zeigt nur wenige Anzeichen der Schwäche und liegt im 3. Quartal 2010 mit einem Indexstand von 129 Punkten um 9 Punkte über dem Wert des Vorquartals. Im Vergleich zum Vorjahresquartal notiert der Bauindex um 4 Punkte höher. Der volatile Tiefbauindex beeinflusst auch diesmal massgeblich den Bauindex und setzt seine Berg- und Talfahrt fort. Dank nicht nachlassender Aufträge aus dem öffentlichen Sektor ist er insgesamt ausgesprochen konjunkturresistent und hat die Baukonjunktur in den letzten Quartalen trotz Schwächezeichen im Hochbau in Gang halten können. Mit einem geschätzten Umsatzzuwachs von 6.2% gegenüber dem Vorjahresquartal erreicht der Tiefbauindex im laufenden Quartal aber wieder eine beträchtliche „Fallhöhe“. So kommen Zeichen einer erneuten Belebung im Hochbausegment wie gerufen. Der Wirtschaftsbau spürt zwar noch immer die Folgen der Krise und gewisse Überkapazitäten, die weitere Rückschlagsgefahr dürfte jedoch begrenzt sein. Dem stehen positive Signale im Wohnungsbau gegenüber, wo sich dank anhaltender Zuwanderung, tiefer Hypothekarzinsen und guter Konsumentenstimmung Optimismus breitmacht.
Detaillierte und regionalisierte Kennzahlen sowie umfangreiche Analysen der einzelnen Quartale bietet die SBV-Quartalsstatistik. |

Die Credit Suisse und der SBV haben am 25. November 2009 gemeinsam den Bauindex Schweiz lanciert, der quartalsweise erscheint. Der Indikator basiert unter anderem auf der periodischen Erhebung des SBV bei seinen Mitgliedern.
Aufgrund seiner Grösse und seiner Binnenorientierung gibt der Bausektor wichtige Impulse für die Schweizer Konjunktur und ist zudem ein dominierender Wirtschaftszweig in zahlreichen Kantonen. Mit rund 290'000 Beschäftigten stellt die Branche 30% aller Beschäftigten im zweiten Sektor und trägt über 5% zur Wertschöpfung des Landes bei. Der neue Bauindex Schweiz von Credit Suisse und SBV prognostiziert den Umsatz im Schweizer Bauhauptgewerbe für das laufende Quartal und lässt Trends erkennen. Er wird in Zukunft somit als bedeutender Indikator für die aktuelle Baukonjunktur in der Schweiz dienen.
Verbesserung der Transparenz im Bau
Fehlende, unvollständige oder wenig transparente Daten im Schweizer Baumarkt hatten in der Vergangenheit teilweise weitreichende Konsequenzen für den Immobilienmarkt. Weil entsprechende Indikatoren nicht vorhanden waren, wurden Fehlentwicklungen – beispielsweise im Vorfeld der Immobilienkrise der Neunzigerjahre – oft zu spät erkannt, was zu Fehlallokationen von Investitionen führte. Obwohl sich seither die Informationslage verbessert hat, ist es weiterhin schwierig, aus der Vielfalt von Einzelinformationen und den häufig gegenläufigen Trends der Bausparten ein klares Bild über den Konjunkturverlauf im Baugewerbe zu gewinnen. Zudem liefern die bisher verfügbaren Indikatoren oft widersprüchliche Signale.
Diese Defizite sollen mit Hilfe des neuen Index abgebaut werden. Der Bauindex Schweiz stellt interessierten Kreisen die wichtigsten Informationen über den Konjunkturverlauf in der Baubranche und ihren verschiedenen Sparten auf einen Blick zur Verfügung und erhöht dadurch die Transparenz im Bau. Als gleichlaufender bis leicht vorlaufender Indikator liefert der Index nicht nur sehr zeitnahe Zahlen zum Bauhauptgewerbe, sondern gibt auch Hinweise auf bevorstehende Entwicklungen in diesem Sektor.
Detaillierte und regionalisierte Kennzahlen sowie umfangreiche Analysen der einzelnen Quartale bietet die SBV-Quartalsstatistik. |
Der Bauindex Schweiz erscheint vierteljährlich. Er kann bei der Credit Suisse unentgeltlich abonniert werden.