Wetterbedingte Zwangspause im ersten Quartal 2012

Der Bauindex sinkt um 4% gegenüber dem Vorquartal. Der Rückgang folgt auf den starken Anstieg des Vorquartals und erstreckt sich über alle Bausparten. Diese Korrektur widerspiegelt hauptsächlich den Wetterkontrast zwischen baufreundlichem Jahresende 2011 und ungewöhnlich frostigem Februar 2012. Der ansonsten dynamischen Baukonjunktur wird dadurch eine kurze Pause verordnet.

Vor allem der Wohnungsbau dürfte diesen erwarteten Umsatzrückgang zu Jahresanfang über die kommenden Quartale wieder gutmachen. Die Pipeline ist prall gefüllt. Die Anzahl baubewilligter Wohnungen und Häuser hat 2011 mit rund 51'500 Einheiten den höchsten Stand seit 1994 erreicht. Hinzu kommen im Bau befindliche Wohnungen, deren Anzahl sich im dritten Quartal 2011 auf 70'613 summierte. Trotz baldiger Rückkehr auf den Wachstumspfad dürfte sich dieser mittelfristig abflachen: Kapazitätsengpässe und strukturelle Branchenprobleme schränken das Wachstumspotenzial ein.

Vor allem im Hochbau machen Fachkräftemangel und intensiver Wettbewerb vielen Unternehmen zu schaffen. Der Tiefbau profitiert weiterhin von hoher Nachfrage nach Infrastruktur- und Verkehrsbauten und deren Finanzierbarkeit aufgrund ausgeglichener öffentlicher Haushalte. Einzig der Wirtschaftsbau leidet weiter unter trüben Konjunkturaussichten und zurückhaltender Investitionsneigung der Unternehmen.

 Detaillierter Bauindex, 1. Quartal 2012

Neuer Bauindex von Credit Suisse und SBV

Die Credit Suisse und der SBV haben am 25. November 2009 gemeinsam den Bauindex Schweiz lanciert, der quartalsweise erscheint. Der Indikator basiert unter anderem auf der periodischen Erhebung des SBV bei seinen Mitgliedern.

Aufgrund seiner Grösse und seiner Binnenorientierung gibt der Bausektor wichtige Impulse für die Schweizer Konjunktur und ist zudem ein dominierender Wirtschaftszweig in zahlreichen Kantonen. Mit rund 290'000 Beschäftigten stellt die Branche 30% aller Beschäftigten im zweiten Sektor und trägt über 5% zur Wertschöpfung des Landes bei. Der neue Bauindex Schweiz von Credit Suisse und SBV prognostiziert den Umsatz im Schweizer Bauhauptgewerbe für das laufende Quartal und lässt Trends erkennen. Er wird in Zukunft somit als bedeutender Indikator für die aktuelle Baukonjunktur in der Schweiz dienen.

Verbesserung der Transparenz im Bau

Fehlende, unvollständige oder wenig transparente Daten im Schweizer Baumarkt hatten in der Vergangenheit teilweise weitreichende Konsequenzen für den Immobilienmarkt. Weil entsprechende Indikatoren nicht vorhanden waren, wurden Fehlentwicklungen – beispielsweise im Vorfeld der Immobilienkrise der Neunzigerjahre – oft zu spät erkannt, was zu Fehlallokationen von Investitionen führte. Obwohl sich seither die Informationslage verbessert hat, ist es weiterhin schwierig, aus der Vielfalt von Einzelinformationen und den häufig gegenläufigen Trends der Bausparten ein klares Bild über den Konjunkturverlauf im Baugewerbe zu gewinnen. Zudem liefern die bisher verfügbaren Indikatoren oft widersprüchliche Signale.

Diese Defizite sollen mit Hilfe des neuen Index abgebaut werden. Der Bauindex Schweiz stellt interessierten Kreisen die wichtigsten Informationen über den Konjunkturverlauf in der Baubranche und ihren verschiedenen Sparten auf einen Blick zur Verfügung und erhöht dadurch die Transparenz im Bau. Als gleichlaufender bis leicht vorlaufender Indikator liefert der Index nicht nur sehr zeitnahe Zahlen zum Bauhauptgewerbe, sondern gibt auch Hinweise auf bevorstehende Entwicklungen in diesem Sektor.

Bauindex Schweiz abonnieren

Der Bauindex Schweiz erscheint vierteljährlich. Er kann bei der Credit Suisse unentgeltlich abonniert werden.