13.07.07 | Medienmitteilung

Treffen mit portugiesischem Staatssekretär geplatzt

Die Spitze des Schweizerischen Baumeisterverbands SBV hat das auf heute angesetzte Treffen mit dem portugiesischen Staatssekretär im Aussenministerium, Dr. Antonio Braga, platzen lassen. Der ausländische Gast hat sich in die laufenden Auseinandersetzungen um den Landesmantelvertrag im Bauhauptgewerbe eingemischt und einseitig die Forderungen der Gewerkschaft Unia unterstützt. Der SBV hinterlegt auf der portugiesischen Botschaft in Bern einen formellen Protest gegen dieses diplomatische Fehlverhalten eines hohen ausländischen Staatsbeamten.

Anlass für das Treffen war das 20-jährige Jubiläum einer erfolgreichen Ausbildung portugiesischer Mitarbeiter zu Baufachleuten. Die Ausbildungsinhalte stammen vom SBV-Ausbildungszentrum in Sursee, die Instruktoren werden im Campus Sursee geschult. Die Kurse finden jeweils im Winter an zwei Standorten in Portugal statt. Über 1600 Portugiesen sind in den letzten 20 Jahren so zu qualifizierten Arbeitskräften ausgebildet worden. Wegen dieses für einen Staatsgast unangebrachten Verhaltens fanden nur Gespräche auf Expertenebene statt.

Der SBV stellt mit grosser Empörung fest, dass der Gewerkschaft Unia offensichtlich jedes Mittel recht ist, die Auseinandersetzungen um die Erneuerung des Landesmantelvertrags LMV zu verschärfen und den Klassenkampf um jeden Preis zu schüren. Die Unia schreckt auch nicht davor zurück, ausländische Staatsgäste in ihre Kampfpläne einzuspannen und sie für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Mit einem solchen Vorgehen schädigt die Unia direkt die Interessen der portugiesischen Arbeitskräfte in der Schweiz. Sie disqualifiziert sich auch als Gesprächspartnerin und entfernt sich immer deutlicher von einer fairen Sozialpartnerschaft.