28.05.09 | Medienmitteilung, LMV
Die Delegierten des Schweizerischen Baumeisterverbands SBV verabschiedeten in Bern Grundzüge für eine Neuregelung des Parifonds und stellten damit die Weichen für ein zusätzliches Jahr Arbeitsfrieden im Bauhauptgewerbe bis Ende 2011. Gleichzeitig unterstützten sie die Absicht, die arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen im Wirtschaftsraum Schweiz zu vereinfachen und zu vereinheitlichen. Dazu gehören auch Überlegungen zur Reduktion der heute geltenden drei Lohnzonen und Fragen der lokalen Verträge.
Die Delegierten des Schweizerischen Baumeisterverbands SBV tagten am 28. Mai 2009 in der BEA bern expo. Sie verabschiedeten die Rechnung 2008. Gleichzeitig nahmen sie Kenntnis von den Umfrageergebnissen betr. den Organisationsgrad der Poliere in den Mitgliedfirmen und diskutierten über die Zukunft der Kaderverträge.
Die Parteien des Landesmantelvertrags 08 für das Bauhauptgewerbe hatten vereinbart, gemeinsam nach neuen Lösungen für den Parifonds zu suchen. Dieser soll den bestehenden patronalen Bildungsfonds ablösen, der seit der Kündigung des früheren LMV vom SBV alleine bestritten wird, und auch den Vollzugsfonds umfassen. SBV-Zentralpräsident Werner Messmer zeigte den Delegierten die Umrisse des neuen Parifonds auf, wie sie sich aus den Gesprächen der letzten Wochen mit den Gewerkschaften ergeben hatten. Demnach sollen der Vollzugs- und der Bildungsteil neu in einem gemeinsamen Fonds geführt werden. Die Delegiertenversammlung erteilte dem SBV-Zentralvorstand die Kompetenz, mit den Arbeitnehmerorganisationen die Verhandlungen abzuschliessen. Damit werden eine Vereinbarung mit Allgemeinverbindlicherklärung und das Inkrafttreten auf den 1.1. 2010 möglich. In diesem Fall verlängert sich der geltende Landesmantelvertrag automatisch um ein Jahr bis Ende 2011, was von den Baumeistern begrüsst wird.
Die Delegiertenversammlung unterstützte den SBV-Zentralvorstand in der Absicht, Schritte zur Vereinfachung und Vereinheitlichung des Landesmantelvertrags einzuleiten. Dazu gehören Fragen der Reduktion der heute noch geltenden drei Lohnzonen und der Verzicht auf weitergehende vertragliche Bestimmungen in gewissen Kantonen. Ziel ist es, damit gleich lange Spiesse im Wettbewerb herzustellen. Vorschläge dazu sollen der Delegiertenversammlung im November 2009 unterbreitet werden.