09.03.11 | Medienmitteilung

SBV-Quartalsstatistik IV/2010: Umsatzstarkes Baujahr 2010

Die nominellen Umsätze im Schweizer Bauhauptgewerbe stiegen 2010 im Vergleich zum Vorjahr leicht an, und zwar um 3,1%. Sie beliefen sich auf rund 18.7 Mrd. Franken. Für diese Zunahme war vor allem der Tiefbau (+4,6%) verantwortlich. Aber auch der Hochbau konnte wieder etwas zulegen (+1,7%), nachdem dieser 2009 negative Wachstumszahlen notierte hatte (-3,7%). Diese positive Entwicklung im Hochbau ist vor allem dem dynamischen Wohnungsbau zu verdanken (+4,4%). Das sind die Ergebnisse der vierteljährlichen Konjunkturumfrage des Schweizerischen Baumeisterverbands (SBV) bei seinen Mitgliedfirmen. Das allgemeine konjunkturelle Umfeld stimmt auch für 2011 optimistisch.

Die nominellen Umsätze im Schweizer Bauhauptgewerbe beliefen sich 2010 auf rund 18.7 Mrd. Franken (+3,1%), womit 2010 als fünftes Jahr in Folge als gutes Baujahr bezeichnet werden kann. Allein im vierten Quartal wurden 4.9 Mrd. Franken verbaut, was einem Plus von 4,4% gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Dabei konnten sowohl der Hochbau (+2,4%) als auch der Tiefbau (+6,4%) gegenüber dem Vorjahresquartal zulegen. Somit haben die Schweizer Baufirmen die Wirtschaftskrise vergleichsweise schadlos überstanden und ihre Umsätze sogar noch steigern können. Im sich neu abzeichnenden Konjunkturzyklus ist tendenziell eine Stagnation der Bauaktivität auf hohem Niveau zu erwarten.

Anhaltendes Bevölkerungswachstum stützt Wohnungsbau

Der Wohnungsbau entwickelte sich auch im vierten Quartal 2010 positiv (+3,4%). Als Grund für die rege Wohnungsbauproduktion sind nicht nur die historisch tiefen Zinsen zu nennen, sondern auch fundamentale Nachfragefaktoren, so die anhaltend hohe Einwanderung von gut qualifizierten Arbeitskräften trotz Wirtschaftskrise. Diese verlieh dem Wohnungsbau zusätzlichen Schub. Trotz der Abschwächung der Bevölkerungszunahme ab Spätherbst 2008 ergab sich im Jahr 2009 mit 84'000 Personen die drittgrösste Zunahme der letzten 15 Jahre. Die bisher publizierten Monatsresultate lassen auch für 2010 einen Anstieg von über 75'000 Personen erwarten. Daneben dürfte die positive Einkommensentwicklung die Nachfrage nach Wohnungen weiter stimulieren.

Vorlaufende Indikatoren, speziell die rekordhohe Zahl von sich in Bau befindlichen Wohnungen (über 70'000), aber auch die Zahl der baubewilligten Wohnungen bestätigen den erhöhten Wohnungsbedarf und lassen auch für 2011 eine Produktionsziffer oberhalb von 40'000 Wohnungen erwarten.

Regional sind wie immer grosse Differenzen feststellbar. Es zeigt sich, dass der Baumarkt Schweiz stark von lokalen Gegebenheiten geprägt ist. So ging der Wohnungsbau in den Kantonen Waadt (-15,2%), Basel-Landschaft (-11,9%) und Tessin (-11,7%) über das ganze 2010 betrachtet zurück, während er in einigen Kantonen, wie Luzern (+25,1%), Freiburg (+16,8%) und Zug (+8,2%) stark zulegte.

Wirtschaftsbau im Aufwärtstrend

Der Wirtschaftsbau verzeichnete als einzige Bausparte in den letzten zwei Jahre negative Wachstumszahlen (2009: -4,7%, 2010: -6,2%). Der Wirtschaftsbau ist erfahrungsgemäss diejenige Bausparte, die am schnellsten und schärfsten auf gesamtwirtschaftliche Entwicklungen reagiert. Die allgemeine konjunkturelle Aufhellung stimmt zuversichtlich, dass Unternehmen sistierte Projekte wieder aus der Schublade holen und der gewerblich-industrielle Bau somit wieder an Fahrt gewinnt. Für 2011 ist für die Aktivität im Wirtschaftsbau wieder ein positives Vorzeichen zu erwarten.

Leichte Beschäftigungszunahme

Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten im Bauhauptgewerbe nahm im Vergleich zum Vorjahr nochmals leicht zu (2009: 78'750; 2010: 78'950). Diese erfreuliche Tatsache wird auch durch die tieferen Arbeitslosenzahlen im Baugewerbe untermauert (Dez. 2009: 5,6%; Dez. 2010: 4,8%).

Tiefbau als Wachstumstreiber

Der Tiefbau hat sich im zweiten Jahr in Folge sehr dynamisch entwickelt. Er notiert im Vergleich zum Vorjahr ein markantes Plus von 4,6% und wuchs weitaus stärker als die übrigen Bausparten. Trotz des absehbaren Auslaufens grosser Tiefbauprojekte (NEAT und Durchmesserlinie) und der bescheidenen Stabilisierungsmassnahmen des Bundes ist damit zu rechnen, dass der Investitionsbedarf aufgrund bereits heute bestehender Kapazitätsengpässe im Strassen- und im Schienenverkehr in Zukunft sogar noch steigen wird. Unwägbarkeiten bestehen bei der Finanzierung: Bereits mittelfristig drohen Finanzierungslücken, neuerdings auch bei der Strassenrechnung. Bevor allerdings schmerzhafte Steuererhöhungen beschlossen werden, muss die heutige Verkehrsfinanzierung kritisch hinterfragt werden. Die massive Quersubventionierung des öffentlichen Verkehrs stösst auf wachsende Ablehnung der Strassenbenützer.

Zuversichtlicher Blick in die Zukunft

Ein Blick auf die gemeldeten Bauvorhaben (+2,9%) für das 1. Quartal 2011 zeigt, dass sich die Baukonjunktur in der ersten Jahreshälfte 2011 insgesamt kaum abkühlen wird, sofern das Wetter nicht noch einen Strich durch die Rechnung macht. Auch in der KOF-Umfrage wird die Geschäftslage im Bauhauptgewerbe im Januar von fast 40% der Unternehmen als gut beurteilt, von der Hälfte als befriedigend und nur von 8% als schlecht. Gewisse Unsicherheiten bestehen in Bezug auf die Entwicklung der gesamtschweizerischen Konjunktur. Denn die Bauwirtschaft hängt schliesslich im starken Masse von ihr ab.

Dokumente 

Umsätze (Bautätigkeit) und Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe
4. Quartal 2010 

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