28.11.07 | Medienmitteilung
Die Umsätze im Hoch- und Tiefbau beliefen sich im dritten Quartal 2007 wie auch 2006 auf knapp 4,8 Mrd. Franken. Die Baukonjunktur zeigte sich aber uneinheitlich: Denn der Hochbau legte um 2,1% zu, wogegen die Bautätigkeit im Tiefbau um 3,3% schrumpfte.
Die nominellen Umsätze im Schweizer Bauhauptgewerbe betrugen im dritten Quartal 2007 4,75 Mrd. Franken (4,77 Mrd. im Vorjahresquartal, -0,4%). Bei bereits hoher Kapazitätsauslastung sind die Umsätze im Berichtsquartal im Hochbau nochmals um 2,1% oder 52 Mio. Franken auf rund 2,59 Mrd. Franken angestiegen. Dagegen glitten die Umsätze im Tiefbau um etwa gleich viel zurück (-3,3%). Aufgrund der starken ersten Jahreshälfte sind die totalen Umsätze Januar bis September 2007 im Bauhauptgewerbe nominell um 4,0% auf 12,6 Mrd. Franken gestiegen, ein neuer Höchstwert seit 1990.
Die Wachstumstreiber fanden sich im Berichtsquartal vor allem im privaten Sektor (+1,6%). Der Umsätze im Wohnungsbau gaben zwar seit langem wieder einmal leicht nach (-1,8%). Mit 1,5 Mrd. Franken liegen die Werte aber immer noch über denjenigen vom dritten Quartal von 2004 und 2005.
Die Auftragseingänge im Wohnungsbau waren von Juli bis September 2007 nahezu stabil (+0,2%). Das deutet darauf hin, dass der Zenit im Wohnungsbau wohl definitiv erreicht worden ist. Die rückläufige Anzahl Baubewilligungen sind ein weiteres Indiz für diese Lage. Der Arbeitsvorrat im Wohnungsbau Ende September 2007 (2,8 Mrd. Franken) liegt aber immer noch leicht über dem Wert von 2006 (2,7 Mrd.). Dies lässt aus Sicht des SBV auf eine weiche Landung gegen Ende 2008 schliessen. Ausserdem ist der hohe Arbeitsvorrat ein Zeichen für die gut ausgelasteten Kapazitäten im Wohnungsbau.
Die Umsätze im gewerblichen und industriellen Bau unterstreichen die derzeitig allgemein gute Konjunkturlage. In dieser Bausparte wurden im dritten Quartal 2007 über 800 Mio. Franken umgesetzt - so viel wie seit anfangs der 90er Jahre nicht mehr (+9,2% im Vergleich zum Vorjahresquartal). Die Auftragseingänge glitten in diesem Bereich im Berichtsquartal (im Vergleich zum Vorjahresquartal) um 9,6% zurück. Mit über 700 Mio. Franken liegen sie jedoch immer noch über dem langjährigen Durchschnitt.
In dieser Sparte dürfte der gute Geschäftsgang im nächsten Halbjahr anhalten: Der Arbeitsvorrat Ende September ist mit knapp 1,3 Mrd. Franken so hoch wie seit mehreren Jahren nicht mehr.
Die Umsätze im Tiefbau nahmen im Berichtsquartal um 3,3% auf 2,16 Mrd. Franken ab. Dieser Wert liegt aber immer noch im Schnitt der letzten vier Jahre. Diese Abnahme ist insbesondere auf die Rückgänge im öffentlichen Tiefbau (-4,5%) zurückzuführen.
Die gesamtschweizerischen Umsätze im Tiefbau sind wesentlich von einigen Grossprojekten bestimmt. So ist für den Umsatzrückgang vor allem die relativ geringere Bautätigkeit an der NEAT als noch vor zwei bis drei Jahren verantwortlich. Zusätzliche kleinere und mittelgrosse Aufträge (von Gemeinden und Kantonen) vermögen diesen Rückgang der totalen Umsätze im Tiefbau nicht kompensieren.
Die Auftragseingänge im öffentlichen Tiefbau nahmen im Berichtsquartal um 4,7% ab. Der Arbeitsvorrat beläuft sich aufgrund der hohen Eingänge im ersten Halbjahr 2007 aber immer noch auf knapp 6,3 Mrd. (+13,1%).
Ein Blick auf die gemeldeten Bauvorhaben für das vierte Quartal 2007 für das Bauhauptgewerbe insgesamt (+10,9%) und die Arbeitsvorräte insgesamt (+9,1%) lässt erwarten, dass die günstige Baukonjunktur noch einige Monate anhalten wird. Ein Einbruch ist dieses Jahr sehr unwahrscheinlich, günstige Wetterbedingungen vorausgesetzt. Die bisher beobachtete Dynamik des Wohnungsbaus dürfte hingegen nachlassen.
Sorgen bereitet nach wie vor die Ertragslage. Die volatilen und tendenziell steigenden Stahl- und andere Materialpreise sowie die deutliche höheren Energiepreise, aber auch höhere und neue Abgaben (LSVA und CO2) verteuern die Bauproduktion spürbar. Dagegen ist der Konkurrenzkampf unvermindert hart. Die vollen Auftragsbücher und ausgelasteten Kapazitäten garantieren noch keinen genügenden Ertrag für viele Baufirmen.
Die Anzahl Vollzeitbeschäftigten (Baustellenpersonal und betriebswirtschaftliches Personal) im Bauhauptgewerbe betrug Ende September 2007 82'200 Personen. Das entspricht einer Zunahme von 1%. Seit langem ist wieder eine (wenn auch leichte) Zunahme des Baustellenpersonals auf 66'700 zu verzeichnen (+0,7%).