24.08.11 | Medienmitteilung, Statistik
Die Umsätze im Schweizer Bauhauptgewerbe sind im zweiten Quartal 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 3,1% gestiegen. Stark waren erneut der Wohnungsbau (+2%) sowie der Tiefbau (+9,8%). Der weiter angestiegene Arbeitsvorrat (13,9 Mrd. Franken) lässt auch für die nächsten Quartale stabile bis leicht steigende Umsätze erwarten. Dies geht aus der neusten Quartalsstatistik des Schweizerischen Baumeisterverbandes (SBV) hervor. Sie basiert auf einer Erhebung bei 1619 Baufirmen.
Die nominellen Umsätze im Schweizer Bauhauptgewerbe beliefen sich im 2. Quartal 2011 auf über 5,2 Mrd. Franken, 3,1% mehr als im Vorjahresquartal. Die anhaltend gut gefüllten Auftragsbücher ermöglichten eine hohe Auslastung der Kapazitäten. Mit 84% erreicht der Nutzungsgrad der Maschinen im Bauhauptgewerbe gemäss ETH-Konjunkturforschungsstelle (KOF) ein Allzeit-Hoch. Die Auftragsbestände stiegen gegenüber dem Vorjahr um 5,7% auf 13,9 Mrd. Franken. Am stärksten war die Zunahme im Tiefbau (+9,9%); der Hochbau blieb auf hohem Niveau konstant (-0,5%).
Trotz der überdurchschnittlich guten Auftragslage bleibt der Druck auf die Margen weiterhin hoch. Die aktuelle KOF-Konjunkturumfrage rechnet auch für das nächste Quartal mit sinkenden Baupreisen.
Insbesondere der öffentliche Tiefbau erwies sich mit einem Umsatzwachstum von 11% auf knapp 2 Mrd. Franken als Wachstumstreiber. Die hohen Auftragseingänge (+16,2%) führen trotz fehlender neuer Infrastrukturprojekte von nationaler Tragweite zu einem positiven Ausblick. Die Tiefbauprojekte der öffentlichen Hand machen 38% des Gesamtumsatzes im Bauhauptgewerbe aus.
uch der Wohnungsbau konnte auf hohem Niveau nochmals leicht zulegen (+2%). Die Nachfrage nach Wohnraum dürfte weiter robust bleiben, dies wegen der tiefen Zinsen und wegen fundamentaler Nachfragefaktoren wie etwa der Zuwanderung von hoch qualifizierten Arbeitskräften mit überdurchschnittlicher Kaufkraft. Die Bauvorhaben im Wohnungsbau für die nächsten drei Monate sind denn auch gegenüber dem Vorjahresquartal nochmals leicht gestiegen (+2,9%).
Weiterhin rückläufig sind die Umsätze beim Wirtschaftsbau (-7,6%). Auch die Auftragseingänge sanken hier um 20,6% auf neu noch knapp 550 Mio. Franken. Zwar sind viele Büro gebäude in Planung, aber angesichts der weltwirtschaftlichen Lage und der Frankenstärke dürfte die Investitionsbereitschaft in Produktionsgebäude gerade bei Firmen mit hohem Exportanteil auch in den nächsten Quartalen gering bleiben.
Insgesamt darf dank der gut gefüllten Auftragsbücher und der hohen Anzahl der neu bewilligten Wohnbauten von einer stabilen bis positiven Umsatzentwicklung ausgegangen werden. Die Bauvorhaben der Firmen im Bauhauptgewerbe für die nächsten 3 Monate bewegen sich auf Vorjahresniveau (-0,8%).
Die hohe Nachfrage führt bei manchen Baufirmen zu Kapazitätsengpässen; insbesondere Fach- und Führungskräfte sind schwierig zu finden. Trotzdem erwarten die Marktteilnehmer nach wie vor sinkende Baupreise.
Dokumente
Grafik: Umsatz und Auftragseingänge | |
| Grafik: Arbeitsvorräte Ende Juni | |
| Konjunktur im Schweizer Bauhauptgewerbe (Tabelle) 2. Quartal 2011 |
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