24.01.08 | Medienmitteilung, LMV

SBV-Delegierte weisen Verhandlungsergebnis zurück

Eine ausserordentliche Delegiertenversammlung des Schweizerischen Baumeisterverbands (SBV) hat heute (Donnerstag, 24. Januar 2008) das Ergebnis der Verhandlungen zwischen SBV und Gewerkschaften für einen neuen Landesmantelvertrag (LMV) als Gesamtpaket zurückgewiesen. Der SBV gibt seiner Hoffnung Ausdruck, dass in den noch strittigen Punkten rasch eine Lösung gefunden werden kann.

Unter der Leitung von Vermittler Jean-Luc Nordmann hatten die Delegationen der Gewerkschaften Unia und Syna sowie des Schweizerischen Baumeisterverbands (SBV) im November und Dezember 2007 für die umstrittenen Punkte des Landesmantelvertrags einen Kompromiss erarbeitet. Die Delegierten des SBV haben das Resultat als Gesamtpaket an der ausserordentlichen Delegiertenversammlung von heute Donnerstag, 24. Januar 2008, nun zurückgewiesen. Gleichzeitig hat die Delegiertenversammlung der Hoffnung Ausdruck verliehen, dass in den strittigen Punkten rasch eine allseits befriedigende Lösung gefunden werden kann.

Zwei Vermittlungsverfahren

Nach der Kündigung des Landesmantelvertrags 06 durch den SBV waren die Bemühungen des Verbands, auf dem Verhandlungsweg schnell eine Einigung zu finden, vorerst gescheitert. Im November hatte der SBV deshalb ein Vermittlungsverfahren angestrebt. Unter dem Vorsitz von Vermittler Jean-Luc Nordmann blieb eine erste Etappe mit drei Verhandlungsrunden ebenfalls erfolglos und endete am 30. November mit der brüsken Kündigung des Vermittlungsvertrags durch die Gewerkschaften.

Ab dem 7. Dezember 2007 verhandelten die Delegationen in einem zweiten Vermittlungsverfahren weiter. Bis zum 17. Dezember 2007 fanden nochmals vier Verhandlungsrunden statt. Das am 19. Dezember präsentierte Paket umfasste Lösungsvorschläge für die Umsetzung des Schiedsgerichtsurteils («Minusstunden»), für die Löhne 2008 und 2009 sowie die Fortführung des mit dem Auslaufen des LMV 06 hinfällig gewordenen Parifonds Bau. Alle weiteren Punkte, die gemäss der ursprünglichen Übereinkunft zwischen Gewerkschaften und SBV zur Erneuerung des LMV 06 bereits 2007 hätten verhandelt werden müssen, wurden erneut auf eine nächste Phase der Verhandlungen verschoben.

Gesamtpaket zurückgewiesen

Das Verhandlungsergebnis wurde von der Delegiertenversammlung des SBV nun als unbefriedigend erachtet und zurückgewiesen. «Die Delegierten haben das Gesamtpaket abgelehnt. Sie waren der Meinung, es sei zu weit von unseren Vorgaben entfernt», fasste SBV-Zentralpräsident und Nationalrat Werner Messmer das Ergebnis der Delegiertenversammlung vor den Medien zusammen: «Dies bedeutet ein Nein zum jetzigen Vorschlag – kein Nein zu einem Vertrag. Es handelt sich also um ein konstruktives Nein.»

Rasche Nachverhandlungen

Werner Messmer gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass rasch weiter verhandelt werden kann: «Wir wollen möglichst schnell einen neuen Landesmantelvertrag. Wir wissen um die grosse Bedeutung eines solchen Vertrages nicht nur für unsere Branche. Wir müssen nicht bei Null beginnen, aber es braucht «Nachverhandlungen». Darum bin ich bereit, schnell mit den Gewerkschaften für Nachverhandlungen an den Tisch zu sitzen und in Gesprächen gemeinsam den Ausweg zu suchen.»

Der SBV hat sich bereits im vergangenen Jahr verpflichtet, bis zum Abschluss eines neuen Landesmantelvertrags die Bestimmungen des ausgelaufenen LMV 06 weiterhin einzuhalten und die für 2008 von einer früheren Delegiertenversammlung beschlossene Lohnanpassung 2008 in den Betrieben umzusetzen. Werner Messmer appelliert nochmals an alle, auch an die nicht dem SBV angehörenden Bauunternehmungen, dem früheren Vertrag Nachachtung zu verschaffen: «Es ist ausserordentlich wichtig zu zeigen, dass es uns Ernst ist: Wir wollen geordnete Verhältnisse auf dem Bau und leisten unseren Beitrag dazu.»

 

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