18.11.10 | Medienmitteilung

SBV-Delegierte: 1% mehr Lohn im Bauhauptgewerbe

Die Delegierten des Schweizerischen Baumeisterverbands bestätigten an ihrer Versammlung in Locarno einstimmig das Angebot an die Gewerkschaften von 1% Lohnerhöhung für 2011.

An der regulären Herbstversammlung, die dieses Jahr am 17./18. November in der Mehrzweckhalle FEVI in Locarno stattfand, setzten sich die Delegierten des Schweizerischen Baumeisterverbands SBV mit der Lage im Bauhauptgewerbe und dem Spielraum für die Lohnerhöhungen 2011 auseinander.

Viel Arbeit - völlig ungenügende Erträge

Die gute Auftragslage und die hohe Kapazitätsauslastung im Bauhauptgewerbe blieben auch bei den Delegierten unbestritten. Dagegen wurden den Delegierten die ernüchternden Ergebnisse einer Umfrage präsentiert, welche im Frühjahr 2010 bei den SBV-Mitgliedfirmen zur Ertragslage in den Jahren 2006 - 2009 durchgeführt worden war. Die wichtigsten Feststellungen daraus sind: Jeder fünfte Betrieb schreibt negative Zahlen, zwei Fünftel weisen absolut ungenügende Ergebnisse rund um 0 aus, und nur gerade zwei von fünf Firmen erzielen mehr oder weniger befriedigende bis gute Resultate. Diese ernüchternde Erkenntnis ist nicht neu, nun aber statistisch erhärtet und kann auch von den Gewerkschaften nicht wegdiskutiert werden.

Reallohnerhöhung von 2,5% in zwei Jahren

Die Baumeister hatten bereits auf den 1.1.2010 eine Reallohnerhöhung von 1,8% gewährt und bieten nun bei einer Referenzteuerung von 0,3% weitere 0,7% reale Anpassung an. Die Delegierten erachten dies als gutes Angebot. Denn es trägt den schwierigen Bedingungen in der Branche Rechnung und bedeutet eine Reallohnsteigerung von 2,5% in zwei Jahren. Damit leisten die Baumeister ihren Beitrag zur Stützung der allgemeinen Konjunktur. Die SBV-Delegiertenversammlung hat das Angebot der SBV-Verhandlungsdelegation, das den Gewerkschaften vorliegt und ihnen gegenüber auch sachlich begründet worden ist, einstimmig bestätigt. Sie ist damit auf die Forderungen der Gewerkschaften nicht eingetreten.