22.06.10 | Medienmitteilung
Der SBV und der Fachverband Infra stellen ihren Mitgliedfirmen und der öffentlichen Hand 10 Postulate zum öffentlichen Beschaffungswesen zur Verfügung. Damit wollen sie einen Beitrag leisten zur besseren Abwicklung von Projekten auf der Grundlage klarer und transparenter Verfahren. Ziel sind zufriedene Bauherren, Architekten, Planer und Baufirmen.
Die Erfahrungen mit kleineren und grösseren Bauprojekten zeigen, dass nach Projektabschluss bei Bauherren, Planern und Baufirmen oft ein ungutes Gefühl zurückbleibt. Meinungsverschiedenheiten enden immer häufiger vor Gericht. SBV und Infra sind überzeugt, dass diesem unbefriedigenden Zustand durch klare Verfahren und transparente Entscheidungskriterien abgeholfen werden kann. In einem Positionspapier zum öffentlichen Beschaffungswesen haben sie 10 Postulate formuliert. Deren Beachtung fördert nach Auffassung der beiden Verbände Ziel führende Ausschreibungen und faire Vergaben, was optimale Projektabläufe ermöglicht und die Einhaltung von Terminen und Kostenbudgets erleichtert.
Eine präzise Definition des zu erstellenden Bauwerks durch den Bauherrn bildet die Grundlage für eindeutige und klare Ausschreibungen. So wissen die Anbieter von der ersten Stunde an, was von ihnen verlangt wird. Späteren Projektänderungen und Kostensteigerungen kann damit frühzeitig vorgebeugt werden. In die Ausschreibungsunterlagen gehören aber auch die Kriterien in Bezug auf die Eignung potenzieller Anbieter sowie ein transparenter Massstab für die Bewertung der eingegangenen Offerten. Damit ist die Basis für eine effiziente und transparente Ausschreibung gegeben. Sie erlaubt den Anbietern, sofern angesichts der Projektkomplexität genügend Zeit eingeräumt wird, die sorgfältige Erarbeitung einer vollständigen Offerte. Werden zu einem Angebot vom Bauherrn nur die notwendigen Beilagen verlangt, ist die Offertstellung mit einem angemessenen Aufwand möglich.
Offerten sind in einem öffentlichen Verfahren zu öffnen. Preisverhandlungen zwischen Bauherrn und Anbietern, auch unter dem Begriff «Abgebotsrunden» bekannt, sind untersagt. Denn sie reduzieren den Wettbewerb hauptsächlich auf den Preis. SBV und Infra wollen dagegen den Leistungswettbewerb fördern. Dies bedingt die Berücksichtigung aller Vergabekriterien im Rahmen ihrer Gewichtung. Schliesslich erwarten die Auftragnehmer bei der Vergabe bzw. der Vertragsgestaltung, dass Chancen und Risiken vernünftig und fair auf die Vertragspartner verteilt werden und dabei auch darauf Rücksicht genommen wird, in wessen Verantwortungsbereich die Risiken liegen. SBV und Infra plädieren deshalb dafür, die Normen und Musterverträge wenn immer möglich unverändert in das spezifische Vertragswerk zu übernehmen. Auf Auftragnehmerseite sollen nur diejenigen zum Zug kommen, die sich an die geltenden Vorschriften halten, seien es solche im Landesmantelvertrag, in der Arbeitssicherheit oder dem Gesundheitsschutz.
SBV und Infra hoffen, mit ihrem Positionspapier zum Gespräch zwischen Bauherren, Architekten, Planern und Baufirmen anzuregen. Daraus sollen sich partnerschaftliche Verhältnisse entwickeln, die es braucht, um die immer komplexer werdenden Projekte in der knappen verfügbaren Zeit termingerecht und für alle Beteiligten wirtschaftlich erfolgreich abzuwickeln.
(Gemeinsame Medienmitteilung von SBV und Infra)
| Dokumente | |
| Zielführende Ausschreibungen und faire Vergaben |
Des appels d'offres appropriés et des adjudications équitables | |
| Concorsi mirati e aggiudicazioni corrette Posizione del settore principale della costruzione in materia di appalti pubblici | |