10.11.10 | Medienmitteilung

Trotz tiefer Erträge 1% mehr Lohn im Bauhauptgewerbe

Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) bietet für 2011 ein Prozent mehr Lohn an. Dies entspricht einer realen Zunahme von 0,7% bei einer Referenzteuerung von 0,3% Ende September 2010. Zusammen mit der Lohnanpassung 2010 macht dies real 2,5% in zwei Jahren aus. Anhand einer Erhebung über die Ertragslage in den Mitgliedfirmen zeigte der SBV an einer Medienkonferenz auf, dass rund drei Viertel der Firmen schlechte bis miserable Erträge ausweisen. Dies lasse eine grössere Anpassung der Löhne nicht zu, betonte SBV-Zentralpräsident Werner Messmer.

Der SBV sieht trotz gut gehender Baukonjunktur und ausgelasteter Kapazitäten nur einen geringen Spielraum für Lohnanpassungen. Grund dafür sind die absolut ungenügenden Erträge: So weist ein Fünftel der Unternehmen Verluste mit einem effektiven Geldabfluss aus. 40% erarbeiten praktisch keinen und 14% kommen auf einen genügenden Ertrag. Nur knapp ein Viertel kann sich eines genügenden Ertrags von mehr als 4% erfreuen. Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer Umfrage, welche der SBV im Frühjahr 2010 bei seinen Mitgliedern durchgeführt hat. Rund 800 Firmen haben geantwortet, womit die Resultate repräsentativ sind. Bei dieser Ausgangslage, so streicht der SBV deutlich heraus, bleibe kaum Spielraum für allgemeine Lohnerhöhungen. Parallel dazu sind die Baupreise unter Druck: So stagnierten zum Beispiel die Preise für Mehrfamilienhäuser in den letzten zwölf Monaten, wie das Bundesamt für Statistik nachweist, wogegen die Kosten deutlich zugelegt haben.

Anstieg der Gesundheitskosten nicht doppelt anrechnen

Der SBV weist in Bezug auf die steigenden Krankenkassenprämien darauf hin, dass die Gesundheitskosten bereits mit beachtlichen 14% in den Landesindex der Konsumentenpreise einfliessen. Dieser stellt die anerkannte Grundlage für die Teuerungsberechnung dar. Somit ist der Anstieg von Spitalkosten, Medikamentenpreisen, Arztkonsultationen usw. bereits berücksichtigt.

Honorierung überdurchschnittlicher Leistungen

Der SBV teilt sein Angebot auf in einen generellen Teil von 0,6% und einen individuellen von 0,4%. Mit einem Prozent insgesamt wird die Lohnsumme um 0,7% mehr angehoben, als es der Referenzteuerung entspricht. Dank der grosszügigen Erhöhung um 1% auf den 1. Januar 2010 bei einer Minusteuerung von -0,8% machen die Lohnanpassungen in den letzten zwei Jahren real 2,5% aus. Der SBV leistet damit einen spürbaren Beitrag zur Stützung der Binnenkonjunktur.

Bauhauptgewerbe zahlt am besten

Es ist eine Tatsache: Im Bauhauptgewerbe sind die Mindestlöhne und die tatsächlich ausbezahlten Löhne im Vergleich zu andern Branchen des Baugewerbes am höchsten. Selbst unter andern vom Bundesamt für Statistik verglichenen Branchen mit GAV sticht der Maurer mit zwei Jahren Erfahrung als Bestverdienender hervor, ja schlägt sogar die Personen mit Lehrabschluss im Kreditgewerbe. Der SBV ist überzeugt, dass gerade die Ertragslage und der scharfe Preiswettbewerb mit aller Deutlichkeit aufzeigen, dass es unmöglich ist, im Bauhauptgewerbe aktuell Lohnerhöhungen wie in andern Branchen zu zahlen, und dass sich die Löhne auf einem absolut konkurrenzfähigen Niveau bewegen.