12.03.08 | Medienmitteilung
Die Umsätze im Schweizer Bauhauptgewerbe stiegen 2007 im Vergleich zum Vorjahr um 4%. Für diese Zunahme war vor allem der Hochbau (+5,4%) verantwortlich. Der Tiefbau verzeichnete eine Zunahme von 2,2%. Die rückläufigen Auftragseingänge im vierten Quartal 2007 deuten auf eine Abschwächung der Baukonjunktur gegen Ende 2008 hin.
Die nominellen Umsätze im Schweizer Bauhauptgewerbe beliefen sich 2007 auf rund 17,0 Mrd. Franken. Dies entspricht einer Zunahme von 4,0 % gegenüber 2006 (2006: +3,3%). Im vierten Quartal 2007 wurden 4,4 Mrd. Franken und damit 3,8% mehr als in der Vergleichsperiode des Vorjahres umgesetzt. Dabei ging die Bautätigkeit im Hochbau im vierten Quartal 2007 –0,5% leicht zurück. Dagegen legte der Tiefbau im Berichtsquartal 9,1% zu, was vor allem einigen grossen Infrastrukturprojekten (zum Beispiel: Neat-Lose Ceneri, Erstfeld und Amsteg, A2-Sanierung und Bahnhof Löwenstrasse Zürich) zuzuschreiben ist. Insgesamt ist die Auftragslage im Tiefbau aber eher angespannt.
Wie schon ein Jahr zuvor haben sich 2007 insbesondere die Ausgaben im Bereich des gewerblichen und industriellen Baus sehr dynamisch entwickelt (+14,3%). Das rasche Wachstum dieser Bausparte dürfte aber wegen der rückläufigen Auftragseingänge im vierten Quartal 2007 (–2,6%) im laufenden Jahr kaum anhal-ten. Wegen der weiterhin hohen Auftragsbestände (+11,4%) sind die Aussichten bis Mitte 2008 durchaus positiv zu bewerten. Die Zunahme der totalen Hochbauinvestitionen im Bauhauptgewerbe (+5,4%) ist 2007 denn auch grösstenteils auf diese Sparte zurückzuführen.
Die nominellen Umsätze im Wohnungsbau stiegen 2007 nur noch um 1,5% (2005: +7,6%; 2006: +1,3%). Im vierten Quartal 2007 gingen sie sogar um satte 7,6% im Vergleich zur Vorjahresperiode zurück. Die Wachstumsdynamik im Wohnungsbau hat nachgelassen; allerdings bewegt sich dieser Bereich weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau.
Der Zenit im Wohnungsbau ist aber erreicht: Die gesamten Auftragseingänge sind 2007 um rund 50 Mio. Franken geringer als 2006 (–3,6%) ausgefallen. Die Auftragsbestände im Wohnungsbau notierten Ende Dezember 2007 dennoch 9,1% über dem Stand vom Dezember 2006. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Kapazitätsgrenzen der Bauunternehmen bereits 2006 erreicht worden sind und die Auftragseingänge werden vergleichsweise langsamer abgearbeitet.
Der SBV geht davon aus, dass das Baujahr 2008 (und die Auslastung der Bauunternehmen) im Hochbau dennoch ähnlich verlaufen wird wie das Jahr 2007. Die Auftragseingänge im gesamten Hochbau verzeichneten 2007 eine leichte Zunahme von 1,0%. Ab dem zweiten Halbjahr 2008 könnten sich im Hochbau jedoch Abschwächungstendenzen bemerkbar machen.
Eine vertiefte Betrachtung der Auftragssituation im Tiefbau zeigt, dass der hohe Auftragsbestand der Tiefbaubranche am Jahresende (+15,1%, ca. +700 Mio. Franken) auf eine Handvoll Grossprojekte zurückzuführen ist.
In den einzelnen Regionen in der Schweiz waren auch 2007 (wie gewohnt) deutliche Unterschiede in der Bautätigkeit festzustellen: Dies gilt sowohl für den Hoch-, als auch den Tiefbau. Im Wohnungsbau beispielsweise gehören die Kantone Luzern, Solothurn, Basel-Stadt, Tessin, Waadt und Wallis zu den «Gewinnern», die Kantone Schaffhausen, St. Gallen, Neuenburg und Genf zu den «Verlierern». Im Tiefbau sind die getätigten Umsätze insbesondere im Kanton Genf (um 245 Mio. Franken auf 204 Mio. Franken) abgesackt. Einsprachen und lange Bewilligungsverfahren verzögern und verunmöglichen teilweise die Realisierung verschiedener Bauvorhaben im Kanton Genf. In den Kantonen Basel-Landschaft und -Stadt hingegen sind die Umsätze im Tiefbau stark angestiegen.
Ende Dezember wurden im Schweizer Bauhauptgewerbe rund 76'600 Vollzeitbeschäftigte (inkl. kaufmännisches Personal; +1,9% gegenüber Dezember 2006) gezählt. Das Baustellenpersonal nahm dabei um 1,9% zu. Das technisch-kaufmännische Personal stagnierte bei 10'800 Personen. Die Zunahme des Baustellenpersonals ist aus Sicht des SBV einerseits auf die gute Konjunktur und andererseits auf Umschichtungen von Temporärarbeitskräften (werden in der SBV-Statistik nicht erfasst) zu fest angestelltem Personal (werden erfasst) zurückzuführen. Zurzeit werden rund 10' 000 bis 15'000 temporäre Arbeitskräfte im Bauhauptgewerbe beschäftigt. Angesichts der voraussichtlichen Stagnation der Umsatzzahlen 2008 ist davon auszugehen, dass im laufenden Jahr die Beschäftigung auf den Schweizer Baustellen stabil bleiben wird. Erfreulich ist schliesslich auch die Zunahme der Lernenden um 7,0% auf rund 5000 Lehrverhältnisse.
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Martin Fehle, Vizedirektor, Leiter Politik + Kommunikation, Tel. 044 258 82 60