30.11.11 | Medienmitteilung, Statistik
Die Umsätze im Schweizer Bauhauptgewerbe sind im dritten Quartal 2011 im Vergleich zum Vorjahresquartal nominal um 1,7% gestiegen. Wachstumstreiber waren erneut der Tiefbau (+6,7%) und der Wohnungsbau (+2,2%). Weiterhin stark negativ hat sich der Wirtschaftsbau entwickelt (-11,5%). Insgesamt lässt der starke Auftragseingang (+12,8%) sowie die sehr hohe Zahl der baubewilligten Wohneinheiten aber auch für die nächsten Quartale stabile bis leicht steigende Umsätze erwarten. Dies geht aus der neusten Quartalsstatistik des Schweizerischen Baumeisterverbandes (SBV) hervor. Sie basiert auf einer Erhebung bei 1621 Baufirmen.
Die nominalen Umsätze im Schweizer Bauhauptgewerbe beliefen sich im 3. Quartal 2011 auf über 5,6 Mrd. Franken, 1,7% mehr als im Vorjahresquartal. Die Auslastung ist weiterhin gut: mit 81,5% ist der Nutzungsgrad der Maschinen im Bauhauptgewerbe gemäss ETH-Konjunkturforschungsstelle (KOF) nach wie vor sehr hoch, allerdings etwas tiefer als im Vorquartal.
Bei den Auftragseingängen wartet der Tiefbau mit einem starken Plus von 23,6% auf; gesamthaft resultiert ein Plus von 12,8% auf knapp 5.1 Mrd. Die Auftragsbestände stiegen gegenüber dem Vorjahr um 5,9% auf 12.4 Mrd. Franken. Stark war auch hier der öffentliche Tiefbau (+15,5%); während beim Hochbau ein Rückgang zu verzeichnen ist (-5,2%).
Obwohl das Bundesamt für Statistik in den letzen Quartalen leicht ansteigende Baupreise feststellt, bleiben die Baumeister bei den Preisen pessimistisch: Gemäss der aktuellen Konjunkturumfrage der KOF rechnen sie auch für das nächste Quartal mit sinkenden Baupreisen.
Der Tiefbau erweist sich weiterhin als Stütze für die Baukonjunktur. Die Baufirmen stellen bei der öffentlichen Hand tendenziell frühere Projektausschreibungen und -vergaben fest als dies letztes Jahr der Fall war. Dies ermöglicht Planungssicherheit für das kommende Jahr und schlägt sich auch in den Zahlen nieder: beim öffentlichen Tiefbau resultierte beim Auftragseingang gegenüber dem Vorjahresquartal ein Plus von 34%; die Bauvorhaben für das laufende Quartal liegen um 3,4% höher.
Der Wohnungsbau konnte umsatzmässig nochmals etwas zulegen (+2,2%). Auch der Auftragseingang (+2,8%) sowie die Bauvorhaben (+4,8%) zeigen sich weiterhin positiv. Da sich die fundamentalen Faktoren wie die Zinsen und die Attraktivität der Schweiz für Zuwanderer kaum verändert haben, darf für die nächsten Quartale weiterhin von einer erfreulichen Entwicklung ausgegangen werden.
Der Wirtschaftsbau bleibt das Sorgenkind im Bauhauptgewerbe. Die unsichere weltwirtschaftliche Lage und die Frankenstärke hemmt die Investitionslust der Firmen. Einem Minus von 11,5% beim Umsatz und von 12,6% bei den Bauvorhaben für das nächste Quartal steht aber immerhin ein konstanter Auftragseingang (+1,2%) gegenüber. Aufgrund der gestiegenen konjunkturellen Unsicherheiten scheint aber zu viel Optimismus beim Wirtschaftsbau fehl am Platz.
Die stabilen Bauvorhaben (-0,3% gegenüber dem Vorjahr) für das laufende, vierte Quartal geben Anlass für Optimismus für die nähere Zukunft. Insbesondere spiegelt sich dies in den Zahlen der baubewilligten (knapp 45'000 bis Oktober) sowie der im Bau befindlicher Wohneinheiten (70'899, Stand Ende Juni). Dabei handelt es sich um Werte, wie sie seit Anfang der 90er Jahre nicht mehr vorkamen. Zudem scheint sich die öffentliche Hand als verlässlicher Auftraggeber zu erweisen. Die gestiegenen Risiken und die damit verbundene Unsicherheit für die Gesamtwirtschaft könnten sich aber mittelfristig auch für die Bauwirtschaft negativ auswirken.
Die Zahl der Festangestellten hat sich wie schon in den beiden ersten Quartalen auch im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um knapp 3% verringert. Darin widerspiegelt sich der langfristige Trend zu vermehrtem Einsatz von Maschinen, vorgefertigten Bauteilen sowie zu höher qualifiziertem Personal mit entsprechend höherer Produktivität. In den letzten Jahren wurde dieser Effekt durch das Umsatzwachstum kompensiert. Bei den Lehrlingen ist das Minus mit knapp 6% erneut grösser als insgesamt.
Die Konjunktur- und Beschäftigtenzahlen wurden mittels Hochrechnung ermittelt. Dank der hohen Rücklaufquote von 54,3% - gemessen an der SUVA-Lohnsumme im Bauhauptgewerbe, welche alle Betriebe umfasst - ist die Aussagekraft der Konjunkturdaten hoch. Die Rücklaufquote bei den Beschäftigungszahlen ist mit 59,9% noch höher. Da das Bauhauptgewerbe starken saisonalen Schwankungen unterliegt, werden jeweils die Quartale des Vorjahres als Vergleichsgrösse herangezogen.
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