05.09.07 | Medienmitteilung

SBV-Quartalsstatistik II / 2007 Baukonjunktur uneinheitlich

Die Umsätze im Hoch- und Tiefbau stiegen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,0%. Die Baukonjunktur zeigt sich jedoch uneinheitlich: Der Hochbau legte um 6,5% zu, der Tiefbau schrumpfte um 3,3%.

Die nominellen Umsätze im Schweizer Bauhauptgewerbe beliefen sich im zweiten Quartal 2007 auf rund 4,5 Mrd. Franken (+ 2,0% oder knapp + 90 Mio. Fr. im Vergleich zum Vorjahresquartal). Die Baukonjunktur verläuft jedoch sehr uneinheitlich. Bei bereits hoher Kapazitätsauslastung sind die Umsätze im Hochbau nochmals (um 6,5% oder 155 Mio. Franken) angestiegen. Dagegen glitten die Umsätze im Tiefbau um rund 70 Mio. Franken zurück (-3,3%). Aufgrund des starken ersten Quartals 2007 sind die totalen Umsätze im ersten Halbjahr 2007 im Bauhauptgewerbe nominell um 6,9% auf 7,9 Mrd. Franken gestiegen, ein neuer Höchstwert im Vergleich zu den letzten 15 Jahren.

Stagnation im Wohnungsbau

Die Wachstumstreiber dieser per Saldo leicht positiven Entwicklung fanden sich im Berichtsquartal vor allem im privaten Sektor. Denn der viel beachtete Wohnungsbau zeigt erste Sättigungstendenzen: Die Umsätze in dieser Sparte stagnierten im Vergleich zum zweiten Quartal 2006 (+0,8%). Seit 2005 war die Tätigkeit im Wohnungsbau mit rund 1,5 Mrd. Franken im zweiten Quartal immer etwa gleich. Dies deutet darauf hin, dass die Kapazitätsgrenzen im Hochbau mehr oder weniger erreicht sind.

Die Auftragseingänge im Wohnungsbau nahmen im Berichtsquartal um 0,6% leicht ab. Der geringere Arbeitsvorrat (- 1,8%) per Ende Juni 2007 deutet zudem darauf hin, dass der Zenit im Wohnungsbau wohl erreicht worden ist. Die rückläufigen Baubewilligungen sind ein weiteres Indiz für diese Lage.

Starker Wirtschaftsbau

Die Umsätze im gewerblichen und industriellen Bau unterstreichen die derzeitig allgemein gute Konjunkturlage. In dieser Sparte wurden im zweiten Quartal 2007 fast 800 Mio. Franken umgesetzt  so viel wie seit anfangs der 90er Jahre nicht mehr. Die Auftragseingänge stiegen in dieser Bausparte im Berichtsquartal (im Vergleich zum Vorjahresquartal) um beachtliche 16,4%. In dieser Sparte dürfte der gute Geschäftsgang im nächsten Halbjahr anhalten.

Rückläufiger Tiefbau

Die Umsätze im Schweizer Tiefbau sind wesentlich von einigen Grossprojekten bestimmt: So haben die Sanierung der A2 in den Kantonen Basel-Stadt, Basel-Landschaft und im Aargau und die Baulose Amsteg und Erstfeld der NEAT die Zahlen massgeblich beeinflusst. Die Bautätigkeit im Tiefbau nahm im Berichtsquartal dennoch um 3,3% auf 2,0 Mrd. Franken ab. Dieser Wert liegt aber immer noch im Bereich der Umsätze der letzten vier Jahre.

Auch die Aussichten im Tiefbau zeigen sich uneinheitlich: Die Auftragseingänge im öffentlichen Tiefbau nahmen im Berichtsquartal (aufgrund einzelner Grossprojekte) um ausserordentliche 32,7% zu. Die Eingänge im privaten Tiefbau sackten mit -41% dagegen regelrecht ein. Daraus resultieren Neuaufträge im Tiefbau insgesamt von +17,1%. Der Arbeitsvorrat im Tiefbau stieg per Saldo um +10,3% an. Die weitere Entwicklung wird schwierig werden, da die Auftragseingänge im Tiefbau von einigen grossen Projekten stark beeinflusst werden.

Weiterhin stabile Aussichten für 2007

Ein Blick auf die gemeldeten Bauvorhaben für das dritte Quartal 2007 (+1,7%) und die Arbeitsvorräte insgesamt (9,3%) lässt den Schluss zu, dass die günstige Baukonjunktur noch einige Monate anhalten wird. Mit einem Einbruch ist dieses Jahr nicht zu rechnen. Die bisher gekannte Dynamik des Wohnungsbaus wird aber wohl nicht mehr lange anhalten (Arbeitsvorrat Wohnungsbau -1,8%). Sorgen bereitet nach wie vor die Ertragslage. Die vollen Auftragsbücher und ausgelasteten Kapazitäten garantieren noch keinen genügenden Ertrag.

Stabile Beschäftigungssituation

Per Ende Juni 2007 waren 80'600 Beschäftigte (technisch-betriebswirtschaftliches Personal, Baustellenpersonal und Lehrlinge) im Bauhauptgewerbe angestellt. Dies entspricht ziemlich genau dem Stand von Ende Juni 2006. Auch der Umfang des Baustellenpersonals blieb mit 64'850 Vollzeitstellen stabil (-0,2%).

 

Grafik: Arbeitsvorrat und Umsätz in Mrd. Franken im Schweizer Bauhauptgewerbe