13.06.07 | Medienmitteilung

SBV-Quartalsstatistik I / 2007 Bauwirtschaft profitierte vom milden Winter

Hoch- und Tiefbau verzeichneten im ersten Quartal 2007 erfreuliche Umsatzzunahmen. Die Umsätze legten im Vergleich zum Vorjahresquartal um über 14% zu. Die vom SBV erhobenen Zahlen deuten jedoch auf eine mittelfristige Abnahme der Bautätigkeit hin.

Die Prognosen von Ende 2006 bestätigten sich: Die damals vom SBV ermittelten Frühindikatoren (Auftragseingänge, Arbeitsvorräte und Bauvorhaben) liessen auf ein starkes erstes Quartal 2007 schliessen (bei durchschnittlichen meteorologischen Bedingungen). Die nominellen Umsätze im Schweizer Bauhauptgewerbe beliefen sich denn auch im ersten Quartal 2007 auf rund 3,3 Mrd. Franken. Das entspricht einer Steigerung im Vergleich zum Vorjahresquartal von 14,6% (plus 400 Mio. Franken).

Diese Zunahmen sind aber nicht nur der guten Konjunkturlage zuzuschreiben, sondern tatsächlich und vor allem auch der günstigen Witterung. Im Tiefbau machten sich ausserdem einige Grossprojekte (Neat Erstfeld und Sanierung A2) statistisch bemerkbar.

Günstige Witterung

Hatten im ersten Quartal 2006 witterungsbedingt viele Arbeiten verschoben werden müssen, konnten dank des aussergewöhnlich milden Wetters dieses Jahr viele Aufträge vorgezogen bzw. rascher als geplant abgewickelt werden. Die vom SBV erfassten Umsatzzunahmen sind vor diesem Hintergrund zu würdigen.

Wie weiter im Wohnungsbau?

Die Wachstumstreiber der positiven Entwicklung fanden sich im Berichtsquartal im privaten Sektor. Vor allem der Wohnungsbau verhielt sich äusserst dynamisch. Aber auch die privaten Tiefbauausgaben legten auf tiefem Niveau stark zu (plus 100 Mio. Franken im Vergleich zum Vorjahresquartal).

Die Auftragseingänge im Wohnungsbau wuchsen nur noch leicht um etwa 2,5% (plus 40 Mio. Franken). Zieht man davon eine Handvoll Grossprojekte zwischen 20 und 50 Mio. Franken ab, ergibt sich im Vorjahresvergleich bereits ein Rückgang der Auftragseingänge. Der geringere Arbeitsvorrat (–2 %) per Ende März 2007 deutet darauf hin, dass der Zenit im Wohnungsbau wohl erreicht worden ist.

Zenit im Wirtschaftsbau erreicht

Die Umsätze im gewerblichen und industriellen Bau unterstreichen die derzeitig gute Konjunkturlage. In dieser Sparte wurden im ersten Quartal 2007 näherungsweise 540 Mio. Franken umgesetzt – so viel wie seit 2002 nicht mehr. Die Auftragseingänge gingen jedoch um über 19 % (im Vergleich zum Vorjahresquartal) zurück. Auch in diesem Bereich ist gegen Ende Jahr mit einem Rückgang der Bautätigkeit zu rechnen.

Grossprojekte im Tiefbau

Die Umsätze im Schweizer Tiefbau sind wesentlich von einigen Grossprojekten bestimmt: So hat die Sanierung der A2 in den Kantonen Basel-Stadt, Basel-Landschaft und im Aargau die Zahlen massgeblich beeinflusst.

Die Vergabe des Neat-Bauloses Erstfeld (413 Mio. Franken) schlug sich in den Auftragseingängen und im Arbeitsvorrat nieder. Die Auftragseingänge im öffentlichen Tiefbau nahmen um 290 Mio. Franken zu. Ohne die Vergabe des Bauloses Erstfeld würde im öffentlichen Tiefbau ein Minus von 10% (–120 Mio. Franken) im Vergleich zum Vorjahresquartal ausgewiesen.

Angesichts der hohen Umsätze im öffentlichen Tiefbau ist der Rückgang des Arbeitsvorrats um 8% nicht überraschend. Dank des Anstiegs im privaten Tiefbau um knapp 420 Mio. Franken entspricht der gesamte Arbeitsvorrat im Tiefbau ungefähr dem Niveau vor einem Jahr.

Stabile Aussichten für 2007

Ein Blick auf die gemeldeten Bauvorhaben für das zweite Quartal 2007 (–2,3%) und die Arbeitsvorräte (–0,5%) lassen darauf schliessen, dass die günstige Baukonjunktur noch einige Monate anhalten wird. Mit einem eigentlichen Einbruch ist nicht zu rechnen. Der durchschnittliche Auftragsbestand der Unternehmen befindet sich auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Der anhaltend dynamische Wohnungsbau hat in den letzten Jahren zudem gezeigt, dass er (auch 2007) für eine positive Überraschung gut sein kann.

Stagnation bei der Beschäftigung

Per Ende März 2007 waren rund 76'000 Beschäftigte (technisch-betriebswirtschaftliches Personal, Baustellenpersonal und Lehrlinge) im Bauhauptgewerbe angestellt. Dies entspricht ungefähr dem Stand von Ende März 2006. Der Umfang des Baustellenpersonals blieb stabil, hingegen verzeichnete das technisch-betriebswirtschaftliche Personal einen leichten Rückgang.