07.03.07 | Medienmitteilung

Bessere Rahmenbedingungen dringend - trotz konjunkturellem Hoch

Die konjunkturellen Daten des Schweizer Bauhauptgewerbes lassen in der ersten Jahreshälfte 2007 eine stabile Bautätigkeit auf hohem Niveau erwarten, mit sinkender Tendenz im 2. Semester. Die Ertragslage der Betriebe bleibt anhaltend schlecht. Auf diesem Hintergrund ist eine nachhaltige Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, wie sie vom Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) bez. Totalrevision des Mehrwertsteuergesetzes gefordert wird, umso dringender. Genau in die falsche Richtung zielt und wirtschaftlich unvertretbar ist hingegen die geplante Erhöhung der LSVA auf den 1. Januar 2008.

Die Umsätze im Schweizer Bauhauptgewerbe stiegen 2006 im Vergleich zum Vorjahr um 3,3% auf 16,3 Mrd. Fr. Dafür war im Gegensatz zu den Vorjahren vor allem der Tiefbau verantwortlich. Wachstumsmotor im Hochbau war der Wirtschaftsbau (Gewerbe, Industrie, Dienstleistungen), während sich die Dynamik im Wohnungsbau abschwächte. Die rückläufigen Auftragsbestände deuten darauf hin, dass die Baukonjunktur ihren Zenit 2007 überschreiten wird.

Ungenügende Erträge

Die erfreulichen Umsätze täuschen über die schlechte Ertragssituation vieler Unternehmen hinweg. Ein Vergleich zwischen der Baupreis- und der Produktionskosten-Entwicklung zeigt, dass die durchschnittlichen Margen in den letzten Jahren erheblich geschrumpft sind. Neue Belastungen brachten in letzter Zeit die rasant steigenden Stahlpreise und die enorme Verteuerung der Energie.

Einfachere Mehrwertsteuer dringend

Für den SBV ist die beabsichtigte Totalrevision des Mehrwertsteuergesetzes mit dem Ziel einer radikalen Vereinfachung überfällig. Die zahlreichen Abgrenzungsprobleme und fragwürdigen Vollzugsbestimmungen führen zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen, was zu Nachteilen für das Bauhauptgewerbe und zu einem unübersichtlichen Belastungsregime führt. Auch die verschiedenen Steuersätze bei der Saldobesteuerung verursachen Marktverzerrungen und eröffnen Graubereiche, die viel Interpretationsspielraum zulassen. Der angestrebte tiefere Einheitssatz wird das Bauen verbilligen und die Abgrenzungsprobleme entschärfen.

LSVA-Erhöhung: ungerechtfertigt und wirtschaftsfeindlich

Das Bauen verteuern würde hingegen die auf den 1. Januar 2008 geplante erneute Erhöhung der LSVA, und das erst noch auf einer rechtlich zweifelhaften Grundlage. Die bisherige LSVA hat zu einer Baukostensteigerung von + 1,5% im Tief- und 0,7 % im Hochbau geführt. Die vorgesehenen Sätze ab 1.1.2008 brächten eine Verteuerung um durchschnittlich 0.23% im Tiefbau und 0,12% im Hochbau.

Der SBV wehrt sich gegen diese Anhebung und damit eine weitere Verteuerung des Strassenverkehrs. Tatsache ist, dass die einheimische Wirtschaft fast eine Milliarde der insgesamt 1,3 Mrd. Fr. Einnahmen aus der LSVA bezahlt. Ein Verlagerungseffekt ist ausserdem nur minimal spürbar. Gemäss Bundesverfassung dient die LSVA dazu, ungedeckte Kosten des Strassenverkehrs zu decken. Neuere Berechnungen zeigen, dass die Strassenbenützer bereits heute die von ihnen verursachten Kosten fast vollumfänglich zahlen. Eine höhere LSVA steht deshalb im Widerspruch zu dieser Bestimmung.


Weitere Informationen:

SBV-Vernehmlassung zur geplanten LSVA-Erhöhung
vom 27. Februar 2007

Bauwirtschaftliche Daten
mit Statistiken und grafischen Darstellungen zum Baujahr 2006 und zur aktuellen Konjunkturlage sowie weitere Angaben zu Preis- und Lohnentwicklungen und zur Wertschöpfung im Baugewerbe.