21.11.07 | Medienmitteilung
Die Delegierten des SBV haben an ihrer zweitägigen Versammlung in Interlaken einen früheren Beschluss bestätigt, die dreijährige Berufslehre mit einer zweijährigen Attestausbildung zu ergänzen. Das Bauhauptgewerbe bietet damit leistungsschwächeren Jugendlichen die Möglichkeit, wesentliche Grundfertigkeiten zu erwerben und Grundlagen für eine berufliche Fortbildung zu legen. Im Zentrum des Interesses standen Informationen aus erster Hand über den Verlauf der Auseinandersetzungen mit den Gewerkschaften über den neuen Landesmantelvertrag. Zudem wurde eine nächste Tranche von über 17 Mio. Franken für die Renovation und den Ausbau des Campus Sursee freigegeben.
Die Delegiertenversammlung fand unter Leitung von Zentralpräsident NR Werner Messmer am 20./21. November 2007 in Interlaken statt. Zu den Traktanden gehörte u.a. die Abnahme des Budgets 2008, das bei Einnahmen und Ausgaben von rund 16,9 Mio. Fr. ausgeglichen abschliesst.
In Ergänzung zur dreijährigen Grundausbildung zum Maurer (mit eidg. Fähigkeitszeugnis EFZ) will die Mehrheit der Baumeister in Zukunft auch eine zweijährige Ausbildung zum Baupraktiker mit eidg. Berufsattest (EBA) anbieten. Die Vorbehalte aus der Romandie wurden überstimmt mit dem Argument, im Bau habe es Platz für schulschwache Jugendliche mit praktischen Fähigkeiten. Diese könnten so für sinnvolle Tätigkeiten ertüchtigt werden und Grundlagen für spezifische Weiterbildungen legen. Versuche mit diesem Ausbildungsgang seien ermutigend. Der offizielle Start ist für den Sommer 2010 vorgesehen, wenn die notwendigen Vorbereitungsarbeiten im SBV abgeschlossen und die Prüfungen durch das zuständige Bundesamt vorgenommen sind.
Für die umfassenden Renovation und Modernisierung des Campus Sursee gab die SBV- Delegiertenversammlung eine nächste Kredittranche von über 17 Mio. Franken frei. Das gesamte Projekt beläuft sich auf mehr als 50 Mio. Franken und soll bis 2012 abgeschlossen sein. Mit diesen Massnahmen soll sich der Campus Sursee zum gesamtschweizerischen Kompetenzzentrum Bau entwickeln und im Bereich Gastronomie und Hotellerie den heutigen Bedürfnissen entsprechen.
Die Delegierten liessen sich ausführliche über die Entwicklung der Auseinanderset-zungen mit den Gewerkschaften über einen neuen Landesmantelvertrag orientieren. Sie nahmen Kenntnis von den Anstrengungen der Verbandsführung, in Spitzengesprächen konkrete Grundlagen für Verhandlungsfortschritte zu legen. Wegen der aussichtslosen Verhandlungssituation Anfang November habe sich der SBV veranlasst gesehen, den Weg einer Vermittlung vorzuschlagen. Dieser Prozess sei Anfang dieser Woche in Gang gekommen, weshalb noch keine Ergebnisse vorliegen könnten. Zudem seien die Parteien übereingekommen, während der Vermittlung Stillschweigen zu bewahren und eine absolute Friedenspflicht einzuhalten. Zu seiner grossen Enttäuschung muss der SBV feststellen, dass die Gewerkschaften gegen diese Friedenspflicht verstossen und in Sedrun weiterhin agitieren.