Bauindex Schweiz für das 2. Quartal 2010:
Umsatzsprünge im Tiefbau sorgen für Volatilität auf hohem Niveau

Der Bauindex schlägt im 2. Quartal 2010 deutlich nach unten aus. Damit setzt sich das Muster einer Baukonjunktur fort, die seit gut zwei Jahren eine volatile Entwicklung erlebt. Auf sprunghafte Umsatzzuwächse folgen Korrekturen, wofür die überharten Winter der letzten zwei Jahre nur am Rande verantwortlich sind. Diese turbulenten Umsatzschwankungen schütteln die Baubranche kräftig durch. Im 4. Quartal 2008 setzte die von öffentlichen Ausgaben geprägte Tiefbautätigkeit zu jenem unsteten Höhenflug an, der die Baukonjunktur bis heute prägt und der den im Bauhauptgewerbe historisch dominanten Umsatzanteil des Hochbaus damals zum ersten Mal seit 2000 unter die 50%-Marke drückte. Am aktuellen Rand korrigiert das Tiefbauwachstum des 1. Quartals wieder. Trotz stabilem Wohnungsbau führt der Wirtschaftsbau, der den Aufschwung des letzten Quartals nicht fortsetzen konnte, zu saisonbereinigten Umsatzrückgängen im Hochbau von 4.5% gegenüber dem 1. Quartal 2010. Die rückläufige Entwicklung beider Sparten reduziert das Niveau des Bauindex um 8.5% im Vergleich zum Vorquartal. Mit der erwarteten Abschwächung im Wohnungsbau dürfte sich die Scherenbewegung zwischen Hoch- und Tiefbau im Jahresverlauf fortsetzen.

 Detaillierter Bauindex, 2. Quartal 2010

Detaillierte und regionalisierte Kennzahlen sowie umfangreiche Analysen der einzelnen Quartale bietet die SBV-Quartalsstatistik.

 

 

Neuer Bauindex von Credit Suisse und SBV

Die Credit Suisse und der SBV haben am 25. November 2009 gemeinsam den Bauindex Schweiz lanciert, der quartalsweise erscheint. Der Indikator basiert unter anderem auf der periodischen Erhebung des SBV bei seinen Mitgliedern.

Aufgrund seiner Grösse und seiner Binnenorientierung gibt der Bausektor wichtige Impulse für die Schweizer Konjunktur und ist zudem ein dominierender Wirtschaftszweig in zahlreichen Kantonen. Mit rund 290'000 Beschäftigten stellt die Branche 30% aller Beschäftigten im zweiten Sektor und trägt über 5% zur Wertschöpfung des Landes bei. Der neue Bauindex Schweiz von Credit Suisse und SBV prognostiziert den Umsatz im Schweizer Bauhauptgewerbe für das laufende Quartal und lässt Trends erkennen. Er wird in Zukunft somit als bedeutender Indikator für die aktuelle Baukonjunktur in der Schweiz dienen.

Verbesserung der Transparenz im Bau

Fehlende, unvollständige oder wenig transparente Daten im Schweizer Baumarkt hatten in der Vergangenheit teilweise weitreichende Konsequenzen für den Immobilienmarkt. Weil entsprechende Indikatoren nicht vorhanden waren, wurden Fehlentwicklungen – beispielsweise im Vorfeld der Immobilienkrise der Neunzigerjahre – oft zu spät erkannt, was zu Fehlallokationen von Investitionen führte. Obwohl sich seither die Informationslage verbessert hat, ist es weiterhin schwierig, aus der Vielfalt von Einzelinformationen und den häufig gegenläufigen Trends der Bausparten ein klares Bild über den Konjunkturverlauf im Baugewerbe zu gewinnen. Zudem liefern die bisher verfügbaren Indikatoren oft widersprüchliche Signale.

Diese Defizite sollen mit Hilfe des neuen Index abgebaut werden. Der Bauindex Schweiz stellt interessierten Kreisen die wichtigsten Informationen über den Konjunkturverlauf in der Baubranche und ihren verschiedenen Sparten auf einen Blick zur Verfügung und erhöht dadurch die Transparenz im Bau. Als gleichlaufender bis leicht vorlaufender Indikator liefert der Index nicht nur sehr zeitnahe Zahlen zum Bauhauptgewerbe, sondern gibt auch Hinweise auf bevorstehende Entwicklungen in diesem Sektor.

Die letzten Bauindexe Schweiz

 Bauindex, 2. Quartal 2010

 Bauindex, 1. Quartal 2010

 Bauindex, 4. Quartal 2009

Detaillierte und regionalisierte Kennzahlen sowie umfangreiche Analysen der einzelnen Quartale bietet die SBV-Quartalsstatistik.

Bauindex Schweiz abonnieren

Der Bauindex Schweiz erscheint vierteljährlich. Er kann bei der Credit Suisse unentgeltlich abonniert werden.