Bauarbeiten in der Hitze - So können Sie sich schützen

Hitze, Sonneneinstrahlung und Ozonbelastung beeinflussen die Mitarbeiter auf dem Bau. Der Schweizerische Baumeisterverband, HG Commerciale und die Beratungsstelle für Arbeitssicherheit (BfA) zeigen mit ihrer Sommeraktion, wie sich Mitarbeiter schützen können.

Wir unterstützen unternehmerische Initiative und Verantwortung

Der SBV, die BfA und die HG Commerciale machen seit 2003 in einer Sommeraktion auf die Auswirkungen von Hitze, Sonneneinstrahlung und Ozon auf das Befinden und die Leistungsfähig­keit der Mitarbeiter sowie auf die sinnvollen Schutzmassnahmen aufmerksam. SBV, BfA und HG Commerciale wollen damit die unternehmerische Initiative und Verantwortung unterstützen, sodass auf übertriebene und ­unnötige Interventionen von Behörden und Sozialpartnern verzichtet werden kann.

Einwirkung der Hitze

Hitze mit Temperaturen ab 28°C im Schatten, belastet besonders, wenn eine hohe Luftfeuchtigkeit dazukommt, vor allem bei schwerer körperlicher Arbeit den Kreislauf und kann zu Hitzekrämpfen, -erschöpfung und im schlimmsten Fall zu einem Hitzschlag führen. Bei ständig wiederkehrender Hitzeexposition kommt es jedoch zu einem Gewöhnungseffekt (sogenannte Hitzeakklimatisation). Sonneneinstrahlung (Ultraviolett­strahlen) kann ab einer gewissen ­Intensität zu Augenschäden ­führen und im schlimmsten Fall Hautkrebs verursachen. Die Emp­findlichkeit ist je nach Haut­typ unterschiedlich und von der Angewöhnung abhängig.

Ozon

Ozon kann bei hoher Belastung zu Augenbrennen, Reizgefühl in Hals und Rachen, Atemnot und Kopfschmerzen führen. Gemäss Luftreinhalteverordnung (LRV) gilt für die Schweiz ein Immis­sionsgrenzwert von 120 pg/m3 (Mikrogramm pro Kubikmeter). Der entsprechende EU-Wert beträgt 240 pg/m3, der in der Schweiz als Warnwert gilt. Der Grenzwert für die maximale Arbeitsplatzkonzentration (MAK-Wert) liegt bei 200 pg/m3. Nach medizinischer Erkenntnis würden sehr empfindliche, erwachsene Personen vielleicht ab 160 pg/m3 etwas merken. Bauarbeiter können aber von dieser Personengruppe ausgeschlossen werden.

Leistungseinbusse und Schutzmassnahmen

Das Klima, bei dem die beste Leistung erzielt werden kann, liegt zwischen 17 und 25°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit zwischen 30 und 75%. Bei einem Anstieg der Temperatur von 25 auf 30°C muss, je nach Schwere der Arbeit, mit einer Leistungseinbusse von 10 bis 20 % gerech­net werden.

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, zur Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten alle Massnahmen zu treffen, die nach der Erfahrung notwendig, nach dem Stand der Technik anwendbar und den gegebenen Ver­hältnissen angemessen sind (Art. 82 Abs. 1 UVG).

In der Verordnung 3 zum Arbeitsgesetz (Art. 20 und Art. 35) ist festgehalten, dass der Arbeitnehmer vor übermässiger Sonneneinwirkung zu schützen ist und in der Nähe der Arbeitsplätze Trinkwasser zur Verfügung stehen muss.

Empfehlungen von SBV, BfA und HG Commerciale

Konkrete Massnahmen

Organisatorische Massnahmen:

  • Verantwortliche bestimmen (Erste Hilfe, Notfall)
  • Mitarbeiter informieren  
  • Schutzmittel (Haut- und ­Körperschutz) bestimmen.
  • Trinkwasser bereitstellen: Hydrant, Brunnen und Wasserhahn (hygienisch einwandfrei). Bei mehr als 100 m Entfernung, Bereitstellung in Flaschen sicherstellen.
  • Evtl. Arbeitszeiten und Tätigkeiten den Klimabelastungen anpassen.

Persönliche Massnahmen:

  • Haut schützen mit T-Shirt bzw. Sonnenschutzcreme
  • Lippen schützen
  • Augen schützen (Sonnenbrille)
  • Helm als Kopfbedeckung
  • Genügend Flüssigkeit zu sich nehmen
  • Arbeitspausen im Schatten

  

25° Celsius und mehr

Übersicht über die Anzahl Tage, an denen in Zürich die Temperatur von 25° Celsius überschritten wurde:

Jahr     

Juni

Juli

August

25 - 30°C   

> 30°C    25 - 30°C    > 30°C    25 - 30°C    > 30°C

2012

10281123
2011626110

5

20101101098

0

20097013016

3

20081021315

0

20071001126

0

200615114141

0

200595833

0

20045011014

0

2003181015315

12

Quelle: Meteo Schweiz

 

 

 

 

 

 

 

Hilfsmittel / Publikationen

Bauarbeiten bei grosser Hitze
BfA / SBV-Flash

BfA-Info Nr. 39:
Bauarbeiten bei grosser Hitze

«Heisse Tipps» für heisse Tage
Suva

Die Publikationen sind beim SBV-Shop bestellbar: Tel. 044 258 82 92.

Präzisierung des Seco

Die Hilfsmittel des Seco lösten im Vollzug unterschiedliche Auslegungen aus. Anlässlich eines Gespräches präzisierte das Seco:


Die Hilfsmittel haben Empfehlungscharakter.


Der SBV-Flash Nr. 12/2004 und die BfA-Info Nr. 39 entsprechen weiterhin den Empfehlungen und erfüllen den gesetzlichen Rahmen.


Bei Anfrage wird ausdrücklich auf branchenspezifische Ge­gebenheiten hingewiesen, die als Teil der Arbeitssicherheit zu beachten sind.


Präzisierungen und Infos vom Seco...


Branchenlösung Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz für das Bauhauptgewerbe

Beratungsstelle für Arbeitssicherheit