Zur Studie

Die Studie «Lehrvertragsauflösungen im Bauhauptgewerbe» wurde vom Schweizerischen Baumeisterverband und von Infra Suisse in Auftrag gegeben.

Mit der Studie ist die Basis für den Aufbau von konkreten Steuerungsmitteln geschaffen. Denn längerfristig haben Vertragsauflösungen für die Baubranche einen Verlust von gut qualifizierten Fachkräften zur Folge.

Aufgrund der Resultate werden in einem nächsten Schritt Massnahmen erarbeitet, um die hohe Auflösungsquote zu senken.

Gründe für Lehrvertragsauflösungen - Studienergebnis

Lehrvertragsauflösungen sind nur selten das Resultat einer Ad-hoc-Entscheidung, sondern vor der Auflösung findet ein längerer Prozess des Abwägens statt. Dieser wird aber oft nur mit dem engsten Familienkreis geteilt.

Die Palette der Gründe ist bei den Lernenden sehr breit. Meistens sind die Gründe für eine Lehrvertragsauflösung kumuliert vorhanden. Dies ergibt die Studie über die Lehrvertragsauflösungen, die im Auftrag des Schweizerischen Baumeisterverbands und dem Fachverband Infra gegeben wurde.

Gut eingebettet und mit Stützkursen die Lehre erfolgreich abschliessen

Berufsbildner führen die Gründe für eine Lehrvertragsauflösung vor allem auf die schlechten Leistungen in Schule und Betrieb zurück und blenden die Problematik der schwierigen Ausbildungsbedingungen auf der Baustelle aus.

Der Grund «schlechte Noten» wird isoliert bei zwei von fünf Lernenden als triftigen Grund angegeben. Wird der Grund aber im Zusammenhang mit den Gründen «falsche Berufswahl» und «schlechte Ausbildungsbedingungen» betrachtet, verliert er an Bedeutung.

Lernende mit schlechten Noten, welche in der betrieblichen Ausbildung gut eingebettet und betreut werden, können mit bestehenden Fördermassnahmen, den sogenannten Stützkursen an der Berufsfachschule, die Lehre trotzdem erfolgreich bestehen. 

Ein Drittel der Lernenden mit Anschlusslösung wechseln in eine andere Branche

Auch der Befund, dass zwei Drittel der Lernenden mit einer Anschlusslösung einen Anschluss nach der Lehrvertragsauflösung im Baugewerbe finden, ist ein Hinweis dafür, dass Lernende nicht immer optimale Ausbildungsbedingungen vorfinden und dann innerhalb der Baubranche wechseln. Zum Teil wechseln sie den Betrieb, das Anforderungsniveau oder wählen eine andere Berufsrichtung innerhalb des Baugewerbes, zum Beispiel Zimmermann, Bodenleger, Dachdecker, Bauzeichner, Strassenbauer, Maurer etc.

Berufliche Sozialisation ist entscheidend und birgt viel Potenzial

Insbesondere aus den Interviews kristallisierte sich eine Gruppe von Jugendlichen heraus, welche aus bildungsfernen Schichten kommt und oft ohne sozialen Rückhalt auf sich selber gestellt ist. Diese Jugendlichen verfügen über Potenzial, welches gefördert werden müsste. Sie sind handwerklich oft sehr geschickt und geben an, die richtige Berufswahl getroffen zu haben. Beim Einstieg in die Lehre sind sie auf ein gutes Arbeitsklima angewiesen, geprägt von Vertrauen, offener Gesprächskultur und klaren, verbindlichen Regeln. Gelingt die berufliche Sozialisation, sind diese Jugendlichen wertvolle, engagierte Fachkräfte auf der Baustelle ohne Ambitionen auf eine Kaderfunktion.

Die Kurzfassung des Studienschlussberichts kann nebenan heruntergeladen werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SBV-Berufsbildungstagung SwissSkills 2014

PPT-Präsentationen der Tagung vom
18. September 2014
anlässlich den SwissSkills Bern 2014

 Wie ticken Jugendliche? Konsequenzen
Berufsbildung SBV


 Anforderungen und Bedürfnisse aus der Sicht einer Unternehmung
Martin Kummer, Baumeister und Präsident Baumeisterverband Aargau


 Nutzen/Fragen Berufsbildung
Peter Schilliger, FDP-Nationalrat



Studienschlussbericht

 Studienschlussbericht (Kurzfassung)
Im Auftrag des SBV und Infra Suisse

Kontakt Projektleitung

Riccardo Mero, Leiter Grundbildung
Tel. +41 44 258 83 38, rmero@baumeister.ch